Kronach bringt Ehr`, Stadtsteinach bringt mehr
Ein Vortrag über die Pfarrei St.
Michael von Günter Heß
Viele
waren der Einladung gefolgt, um sich mit dem Vortrag von Günter Heß über die
Pfarrei St. Michael auf das bevorstehende Kirchweihfest einstimmen zu lassen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch Dekan Hans Roppelt gab der Referent einen
Einblick in die Geschichte, indem er in lockerer Folge von Persönlichkeiten,
Zuständen und Begebenheiten erzählte. So erfuhren die Zuhörer, wie sich die
armen Leute im Mittelalter durch Gebete und Wallfahrten vor der Hölle bewahren
wollten, die reichen Adeligen Jahrestage bestellten oder Benefizien stifteten,
wie zum Beispiel das Stadtsteinacher Frühmessbenefizium im Jahre 1354 von
Heinrich von Waldenfels. Günter Hess berichtete über die Besoldung der
Geistlichen durch die Gemeinde, über deren Lebensumstände und Leistungen,
erzählte von den Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges, der auch die
Stadtsteinacher nicht verschonte. Er zitierte aus Briefen der Pfarrer an den
Fürstbischof und zeigte an einigen interessanten und aufschlussreichen
Beispielen auf, wie der Landesherr – Stadtsteinach war bis 1803 Teil des
Hochstifts Bamberg – bei Visiten von der Bevölkerung empfangen wurde. Die
Zuhörer erfuhren so viele interessante Details über die Kirche und deren
Ausgestaltung, über die Marienkapelle, das Pfarrhaus und die strenge
Kirchenzucht. Dass die Pfarrei sehr gut ausgestattet und daher bei den
Pfarrherrn durchaus begehrt war, lässt – wie Dekan Hans Roppelt ergänzte - eine
Äußerung des früheren Bamberger Weihbischofs Radspieler erkennen. Gefragt, was
er hätte werden wollen, wenn er nicht Weihbischof geworden wäre, antwortete er:
„Pfarrer von Stanich“, denn: „Kronach bringt Ehr`, Stadtsteinach bringt mehr.“
Mit lang
anhaltendem Applaus dankten alle Zuhörer Günter Heß für den kurzweiligen
Vortrag.
Ursula
Pfreundner