Altes Brauchtum zum Fest Maria Himmelfahrt neu belebt!
In vielen
Kirchengemeinden, besonders in Bayern und Österreich, findet an Maria
Himmelfahrt eine Kräuterweihe statt. Kräuterweihe, weil Maria „die Blume des
Feldes und die Lilie der Täler“ war, oder weil die Apostel der Legende nach das
Grab der Gottesmutter noch einmal öffneten und darin nicht mehr den Leichnam,
sondern Blumen fanden. Nach einer anderen Darstellung entstieg dem Grabe ein
wunderbarer Duft von Blumen und Kräutern.
Die Anzahl
der Kräuter ist nicht gleichgültig, sondern beträgt landschaftlich und zeitlich
unterschiedlich, zwischen 7 und 99 Kräutern.

Die geweihten
Kräuter wurden mit nach Hause genommen und fanden vielfältige Verwendung in
Haus, Stall und Feld. Der daraus hergestellte Tee, diente zur Bekämpfung von
Krankheiten. Dem kranken Vieh, wurden die Kräuter unter das Futter gemengt und
die Körner des geweihten Getreides dem neuen Saatgut zugefügt. Meist wurden die
Kräuter hinter das Kreuz im Hergottswinkel gesteckt.
Nachdem in
früheren Jahren bereits Frauen aus unserer Gemeinde Kräuterbüschel banden, wurde
in diesem Jahr diese schöne und alte Tradition neu belebt. Am Vortag des Festes
Maria Himmelfahrt trafen sich Margaretha Leppert, Inge und Susi Dremer im
Pfarrheim, um die bereits gesammelten Heilkräuter in insgesamt 80 duftende
Sträußchen zu binden. Neben den vier Getreidearten wurden Salbei,
Zitronenmelisse, Boretsch, Lavendel, Pfefferminze, Majoran, Bohnenkraut,
Schafgarbe, Johanniskraut, Beifuß, Schachtelhalm und Ringelblumen verwendet.

Pfarrer Jerzy
Wazny segnete am Ende des Gottesdienstes die Kräuterbuschen, die anschließend am
Haupteingang der Kirche gegen eine kleine Spende verteilt wurden. Dieses Angebot
stieß auf große Resonanz der Gottesdienstbesucher, sodass in kürzester Zeit
fasst alle Kräutersträußchen ausgegeben waren. Der Spendenerlös in Höhe von
186.- Euro ist für das Missionsprojekt in Indien und für den Blumenschmuck
unserer Pfarrkirche bestimmt.
Allen
Spendern ein herzliches Vergelt`s Gott.