Seifenkiste und Rundschau-Cup für Polen
“Was für eine Überraschung“, staunt der katholische Dekan Jerzy
Wazny als die ehemalige Bürgermeisterin Anneliese von Ramin und Theo Waldmann
von den Steinachtalflitzern vor der Pfarrhaustür in Stadtsteinach stehen. Die
Zusammenkunft ist ein Wiedersehen mit Freunden. Die beiden Stadtsteinacher, die
den polnischen Pfarrer und Dekan schon viele Jahre kennen, lassen sich aber gar
nicht nach drinnen bitten. Denn sie haben ein überbreites Gast-Geschenk für den
treuen Dekan dabei, das – zumindest quer genommen – nicht durch die Pfarrhaustür
passt: eine rote Seifenkiste.

Natürlich ist die Seifenkiste in Einzelteile
zerlegt, erklärt Theo Waldmann. Denn die hölzerne Karosserie der Kiste lässt
sich so ganz einfach im Auto nach Polen transportieren. Die Einzelteile müssen
dann selbst zusammengebaut werden. “Die Seifenkiste ist letztes Jahr auf der
Deutschen Meisterschaft gestartet und hat einen guten Mittelplatz belegt“,
berichtet die ehemalige Stadtsteinacher Bürgermeisterin Anneliese von Ramin und
ist überzeugt, dass die Polen bei der Montage schon alles richtig machen werden.
Der katholische Dekan Jerzy Wazny, der in Stadtsteinach einfach nur “Georg“
genannt wird, lacht, wenn das Thema auf Seifenkisten zu sprechen kommt. Es waren
die Steinachtalflitzer, die in Polen eine regelrechte Seifenkisten-Euphorie
ausgelöst haben, gibt der Dekan gerne zu und verrät, dass es mit der neuen Kiste
in seiner Pfarrei schon drei Seifenkisten gibt. Die erste Seifenkiste ist die
Sieger-Seifenkiste für Kinder, die den 1. Rundschau-Cup im Jahre 2004 gewonnen
hat. “Wir haben die Seifenkiste im vergangenen Jahr mit der Spedition nach Polen
geschickt, damit die Kinder dort auch ein bisschen Spaß mit Seifenkisten haben
können“, erzählt der passionierte Seifenkisten-Fan Theo Waldmann, dessen Enkel
nun schon aus den kleinen Kisten herausgewachsen sind.
Eine weitere Seifenkiste wurde in Polen konstruiert
– nach deutschen Plänen. Zwei Helme wurden angeschafft, zwei Startrampen
entwickelt. Die dritte Seifenkiste nimmt Dekan Jerzy Wazny nun mit in seine
Heimat. Inzwischen haben schon mehr als vierzig Kinder ihren Spaß bei den
Seifenkisten-Rennen, erzählt Dekan Jerzy Wazny und gibt bei den Rennen auch
immer gerne selbst Starthilfe. Ganz besonders freut sich der polnische Pfarrer
und Dekan, dass Theo Waldmann und die Steinachtalflitzer nun auch noch den
Rundschau-Cup nach Polen schicken. “Der Pokal gehört zur Kiste dazu. Vielleicht
kann man den Mal als Wanderpokal auslosen“, regt Waldmann an.
Schon
im Oktober soll in der Pfarrei St. Andrzej Bobola in Lublin ein
Seifenkistenrennen stattfinden, berichtet der Dekan. Die Siegerkiste des
Rundschau Cups wird wieder an den Start gehen, natürlich auch die neue
Deutsche-Meisterschafts-Kiste. Außerdem haben sich die Polen selbst eine
Seifenkiste nach den Bauplänen der deutschen Seifenkisten gebaut. Und wenn
möglich soll bis Oktober auch och eine weitere, etwas größere Seifenkiste für
ältere Kinder und Jugendliche fertig sein. “Denn die bisherigen Kisten sind nur
für Kinder bis zwölf Jahre”, erklärt Dekan Jerzy Wazny. Und auch die
Jugendlichen in seiner Pfarrei hätten sicherlich Spaß am Seifenkistenfahren.
Erste Kontakte mit Seifenkisten hatte der
katholische Dekan bei einem seiner Stadtsteinach-Aufenthalte im Jahre 2001.
Damals gründeten sich die Steinachtalflitzer im Vorfeld auf das 850-jährige
Jubiläum der Stadt. Und es gab ein legendäres Seifenkistenrennen. Sogar die
damalige Bürgermeisterin Anneliese von Ramin und auch der Dekan selbst hatten
sich in eine solche Seifenkiste gesetzt. “Das war damals das erste Mal. Vorher
habe ich das gar nicht gekannt”, amüsiert sich de Dekan noch heute. “Aber ich
habe den siebten Platz gemacht”, weiß der Dekan noch ganz genau und ist stolz
auf seine Fahrt über den Stadtsteinacher Marktplatz. Und sicherlich ist das gute
Ende des Seifenkisten-Rennens auch einer der Gründe, warum Dekan Jerzy Wazny
immer wieder gerne nach Stadtsteinach und ins Kulmbacher Land kommt.
Sonny Adam