Der Ritter auf der Erbse- Zeltlager der KLJB Oberland AG 2008
Unter dem
Motto "Der Ritter auf der Erbse" stand das diesjährige Zeltlager der KLJB
Oberland AG. Über 50 Jugendliche zwischen neun und 13 Jahren und deren
Gruppenleiter begaben sich für eine Woche auf eine Zeitreise ins Mittelalter und
begegneten dort Abenteuern und sagenhaften Gestalten. Doch erst einmal der Reihe
nach.
Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) ist ein
Jugendverband, der Jugendliche im ländlichen Raum ansprechen will. In der
Arbeitsgemeinschaft Oberland AG haben sich schon vor über 15 Jahren die
KLJB-Ortsgruppen Stadtsteinach, Presseck, Wartenfels, Ludwigschorgast,
Marktschorgast, Gefrees, Marktleugast, Marienweiher zusammengeschlossen und
organisieren bereits seit Jahren gemeinsame Veranstaltungen. Die Jugendlichen
praktizieren also schon lange eine pfarreien-übergreifende und äußerst
produktive Zusammenarbeit. Einen Schwerpunkt dieser Arbeit bildet das jährliche
Zeltlager, das schon seit 1992, also zum 17. Mal stattfindet und von einem
Führungsteam seit dem Frühjahr in mehrmaligen Treffen detailliert vorbereitet
wurde. Auch in diesem Jahr wurde das Zeltlager mit 17 Teilnehmern aus
Stadtsteinach, jeweils 3 aus Ludwigschorgast, Presseck und Rugendorf und den
Teilnehmern weiterer Gemeinden des Oberlandes wieder sehr gut angenommen.

Seit 10 Jahren ist der Ort des Geschehens
Eichenbirkig bei Waischenfeld in der Fränkischen Schweiz. Der Zeltplatz liegt
idyllisch mitten im Wald und bietet so die ideale Umgebung für Geländespiele und
Wanderungen sowie Naturerfahrungen. Diesmal kam aber auch die in direkter Nähe
gelegene Burg Rabeneck zu einem besonderen Einsatz: Sie war der Mittelpunkt
eines Burgspiels, bei dem die Kinder die Geschichte der Burg selbständig
erkundeten. Wie in jedem Jahr zog sich auch diesmal das Motto wie ein roter
Faden durch die gesamte Woche. Dafür sorgte besonders das Marktspiel, das über
mehrere Tage vorbereitet wurde. Dazu wurden die Kinder in Zünfte eingeteilt und
sollten am Markttag selbst ihre Waren möglichst vorteilhaft handeln.

Am Beginn stand die Herstellung der notwendigen
Utensilien: Es gab Geldbeutel aus Stoff oder Leder zu basteln, Brot,
Zunftsymbole und Schweine zum Handeln herzustellen, und auch die edlen
Streitrösser mussten erst aus alten Socken, Stroh und Stecken zum Leben erweckt
werden. Zwei Tage später ging es dann darum, den eigenen Marktstand aus
Naturmaterialien und einigen Stoffresten herzurichten, um dort am Nachmittag die
persönlichen Waren feilbieten zu können. So entstand ein buntes Treiben im Wald,
doch Vorsicht war geboten für die Handelsreisenden, denn der hinterhältige
Räuber hatte es auf Geld und Waren abgesehen. Nur wer während der Woche bei den
anderen Spielen gut aufgepasst hatte, konnte die gestohlenen Gegenstände wieder
auslösen, indem er dem Räuber Fragen beantwortete. Doch auch der arme Bettler
und die edle Prinzessin waren an diesem Tag auf den Handelswegen unterwegs, und
wer ihnen gegenüber barmherzig oder höflich war, konnte möglicherweise noch ein
paar Punkte holen. Diese Möglichkeit mussten die kleinen Handwerker aber erst im
Laufe des Spieles selbst entdecken.
In der Mitte der Woche feierten
alle gemeinsam auf einer Lichtung im Wald den Lagergottesdienst, den Kinder und
Gruppenleiter gemeinsam vorbereitet hatten. Zusammen mit Pfarrer Alexander
Gießen aus Nürnberg, der dem Zeltlager seit seiner Zeit als Praktikant in der
Pfarrei St. Michael in Stadtsteinach und ehemaliger Zeltlagerleiter
freundschaftlich verbunden ist, ging man thematisch dem Heiligen Franz von
Assisi und seiner Botschaft auf den Grund. Durch den großen Einsatz der Kinder
beim Vorbereiten von Fürbitten, Predigtspiel und Altargestaltung wird der
Gottesdienst jedes Mal für alle zu einem besonderen Erlebnis von Gemeinschaft.
Natürlich war neben dem
ausführlichen thematischen Programm auch noch Zeit für Schwimmbadbesuch,
Wasserschlacht, Kartenspiele und entspannte Abende am Lagerfeuer mit
Gitarrenmusik und Stockbrot.

Den Abschluss der Woche bildete das Spectaculum, ein
großes Ritterschauspiel. Da konnte man sich von der Wahrsagerin die Zukunft
vorhersagen lassen oder die sportlichen Fähigkeiten beim Torwandschießen oder
Büchsenwerfen unter Beweis stellen. Und wenn man beim Barbier eine besonders
lustige Frisur verpasst bekommen hatte, gelang es einem vielleicht sogar, die
immer traurige Prinzessin zum Lachen zu bringen. Einigen wurde sogar die Ehre
zuteil, bei einem Ritter in die Lehre zu gehen und mit ihm gemeinsam im
abschließenden Turnier zu kämpfen. Nach solch kräftezehrender Tätigkeit war es
höchste Zeit für das große Ritterbankett mit selbstgedrehtem Spießbraten vom
Lagerfeuer, Kraut und Klößen, das zu einem gelungenen Abschluss der
erlebnisreichen Woche wurde.
Marion Schneider, ZL-Leiter aus SAN