Pfarrfahrt Holland

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Pfarrei St. Michael Stadtsteinach in Holland

Von einer erlebnisreichen Fahrt sind  die Teilnehmer des diesjährigen Pfarrausflugs der Pfarrei St. Michael in Stadtsteinach zurückgekehrt. Ziel der fünftägigen Reise war Nordwijk an der Nordsee zwischen Amsterdam und Rotterdam. Bereits während der Anfahrt erlebten die Stadtsteinacher die vielen Sehenswürdigkeiten, die Burgen und Schlösser entlang des Rheins von Wiesbaden bis Koblenz, wo man am Deutschen Eck die erste größere Pause einlegte und sich umsah. Am Abend traf man dann wohlbehalten am Zielort Nordwijk ein, bezog das Quartier, nahm das Abendessen ein und ging auf Entdeckungstour entlang des langen Sandstrands an der Nordsee. Der erste Sonnenuntergang war zu bewundern und viele nutzten die Gelegenheit, die überall im Sand angeschwemmten Muscheln einzusammeln. Nach einem kräftigen Frühstücksbuffet ging die Fahrt am nächsten Morgen zur Blumenversteigerungshalle nach Aalsmeer, eine Halle in der Größe von ca. 170 Fußballfeldern, dem größten Handelsgebäude der Welt, in der täglich knapp 20 Mio.   Blumen und Pflanzen aus aller Herren Länder gehandelt werden, um dann wieder in aller Herren Länder versandt zu werden. Ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn man sieht, wie hier die Weltmarktpreise für die verschiedenen Blumen täglich neu festgelegt werden.  Viel ruhiger und beschaulicher erlebten die Oberfranken dann die bunte Blumenwelt im Kerngebiet der holländischen Blumenzucht zwischen Haarlem und Leiden, dem Keukenhof. Auf einem Gelände von ca. 32 ha blühen hier von Ende März bis Mai ca. 6 Mio. Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und andere Zwiebelpflanzen. Den stimmungsvollen Hintergrund für die farbige Blumenschau bilden jahrhundertealte Bäume und viele blühende Sträucher. Auf dem insgesamt 15 km langen Wegenetz kann man den Park erkunden und sich dabei an den riesigen Tulpenfeldern und an den sieben Themengärten erfreuen und sich Anregungen für den eigenen Garten holen. Besonders lohnend ist der Besuch im Orchideenhaus.

Was wäre eine Reise in die Niederlande ohne die vielen verschiedenen Windmühlen und kleinen Bauernhäuschen, die man heute meist nur noch in den kleinen Fischerorten oder Museumsdörfern hautnahe erleben darf. So stand auch für die Stadtsteinacher ein Besuch im Freilichtmuseum  Zaanse Schans auf dem Programm, um ein Stückchen Bilderbuch-Holland aus der Zeit um 1700 zu erleben. Das zur Gemeinde Edam gehörende Fischerdorf Volendam  mit seinen malerischen Häusern unmittelbar am IJsselmeer war ein weiterer Höhepunkt der Reise. Neben dem guten Fisch konnte schließlich auch ein Einblick in die Käseherstellung sowie die Holzschuhfertigung gewonnen werden. Abschluss am dritten Reisetag war eine ausgedehnte Grachtenrundfahrt auf den Gewässern der Hauptstadt Amsterdam, wo die vielen Sehenswürdigkeiten ohne große Schwierigkeiten vom Boot aus betrachtet werden können. Der vierte Tag führte die Reisegruppe schließlich nach Rotterdam, wo man bei einer Bootsfahrt den zweitgrößten Hafen der Welt kennen lernen durfte. Der größte Hafen der Welt ist mittlerweile in China zu Hause. Dafür aber ist Rotterdam mit seinen fünf Raffinerien immer noch der größte Erdölhafen der Welt. Weit über 300 Mio. t Güter werden jährlich im Hafen von Rotterdam umgeschlagen.

Voller Erwartung auf die Eindrücke der kommenden Hafenrundfahrt steht die Reisegruppe  der Pfarrei St. Michael aus Stadtsteinach vor dem Einlass zum Bootshafen.

In Den Haag, dem Sitz der niederländischen Regierung sowie der Residenz der Königlichen Familie erwartete ein Stadtführer die Gruppe aus Oberfranken und zeigte die Sehenswürdigkeiten der drittgrößten Stadt der Niederlande, um sie dann zum  Abschluss in das Seebad Scheveningen zu begleiten, wo ein Bummel am Nordseestrand zum Programm gehörte. Hier konnten die Stadtsteinacher erstmals in diesem Jahr im Schutz von Strandmuscheln die Unentwegten in Badekleidung erleben, während es dem einen oder anderen in der doch noch etwas steifen Prise die Gänsehaut auf die Arme zauberte. Aber bei etwa 14 ° C Wassertemperatur wagten sich bereits die ersten Schwimmer in die Nordsee und ließen so manchen Zuschauer erschaudern. Bei der Rückkehr zum Übernachtungsort Nordwijk erwartete die Stadtsteinacher eine Überraschung. Am Morgen dieses Tages war von Nordwijk nach Haarlem einer der berühmten Blumenkorsos gestartet, der am Abend wieder nach Nordwijk zurückgekehrt und an der Uferpromenade abgestellt war. Über vierzig Fahrzeuge, jedes mit einem reichen Blumenschmuck versehen, boten sich dem staunenden Betrachter. Dazu hatten sich vier Musikkapellen aus verschiedenen  Orten zu einem Musikwettbewerb versammelt, die in einmaligen Choreografien ihr Können zeigten und die Zuschauer zu lang anhaltenden Beifallsstürmen  veranlassten.

Am letzten Tag wurde die Rückreise angetreten, die die Pfarrangehörigen von St. Michael schließlich in den Wallfahrtsort Kevelar  führte, wo sie zusammen mit anderen Wallfahrtsgruppen am Hauptgottesdienst in der Basilika teilnahmen. Etwas ungewohnt erlebten sie hier eine lateinische Messe mit, die ob der schrillen Orgeleinlagen als sehr gewöhnungsbedürftig angesehen wurde. Obwohl lateinische Bestandteile wie Credo und Pater noster nach Meinung des hl. Vaters ein Ausdruck der katholischen Weltkirche sein sollen und wieder mehr Beachtung finden sollten, wurden hier die lateinischen Messgesänge, teilweise von einer Schola dargeboten, teilweise als Volksgesang erwartet, wegen ihrer unbekannten Melodien und der für viele fremden Texte als störend und eher trennend empfunden. So war für manche Besucher dieser Eucharistiefeier in dieser herrlichen Wallfahrtsbasilika weniger Andacht und Gemeindeerlebnis als viel mehr Befremden  und Ärgernis zu spüren. Man sollte sich wirklich überlegen, ob das Nachplappern irgendwelcher unbekannter lateinischer Worte Gemeinschaft von Christen mit Christus erzeugt oder in der jeweils verständlichen Landessprache Gemeinschaftserlebnis fördert.  

Vor der Broncestatue der Königin Wilhelmina hatten sich die Teilnehmer des diesjährigen Pfarrausflugs der Pfarrei St. Michael aus Stadtsteinach zu einer Gruppenaufnahme zusammengestellt.

Am Ende der Reise dankte Pfarrer Hans Roppelt insbesondere dem Chauffeur Adam Jakob für seine umsichtige und sichere Fahrweise, die dazu beitrug, dass die Gruppe sicher und unbeschadet diese wunderschönen Tage erleben konnte. Sein Dank galt auch der ehemaligen Pfarrsekretärin Marianne Hattinger, die diese Reise wieder vorbildlich geplant und organisiert hatte, leider aber aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst teilnehmen konnte. Da damit die Reiseleitung kurz entschlossen von Manfred Ziereis übernommen wurde, galt auch ihm der Dank von Pfarrer Hans Roppelt.

Manfred Ziereis

  

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Letzte Änderung: 13. Mai 2007
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