Pilgerreise 2003

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Pilgerreise der Pfarrgemeinde St. Michael vom 7.5. - 14.5.2003 nach

 SANTIAGO DE COMPOSTELA, FÁTIMA und  LISSABON

Unter geistlicher Leitung von Pfarrer Roppelt und der technischen Reiseleitung und fachkundiger Führung von Diakon Oliver Schütz flogen 36 Pfarrangehörige nach Santiago de Compostela, dem ältesten und berühmtesten Wallfahrtsort Spaniens, der neben Jerusalem und Rom dritten Heiligen Stadt der Christenheit. Nach Ankunft am späten Nachmittag wurde noch ein Spaziergang durch die Altstadt zum Obradoiro-Platz unternommen, wo die große Kathedrale steht.

Am nächsten Tag wurde die Besichtigung der Altstadt fortgesetzt. Um 12.00 Uhr war Gelegenheit an einer Pilgermesse teilzunehmen, wo das große Weihrauchfass von 4 Männern geschwungen wurde. Stadtführer Lopez besichtige dann mit uns die Kathedrale und erklärte alle Sehenswürdigkeiten ausführlich, ebenso die angrenzenden Gebäude des Platzes vor der Kathedrale.

Der Plazo del Obradoiro vor der Kathedrale ist riesig groß. Er wird von prachtvollen Gebäuden umgeben, die Zeugnis von tausend Jahren Geschichte und Architektur der Stadt geben. An der Südseite ist das Hieronymus-Kolleg, nebenan der Pazo de Raxoi aus dem Jahre 1766. Hier befindet sich jetzt das Rathaus, sowie das Präsidium der Xunta, der autonomen Regierung. Gegen Norden wird der Plaza del Obradoiro vom ehemaligen Hospital Real abgeschlossen. Es wurde einst von den katholischen Königen als Pilgerhospital gestiftet. Jetzt ist es ein Luxushotel. Die frühere Pilgerkapelle wird jetzt als Hochzeitskapelle genutzt. Ein herrlicher Innenhof mit Steinbrunnen schließt sich an.

Am Abend wurde in einer der vielen Kapellen der Kathedrale Gottesdienst mit Pfarrer Hans Roppelt und Diakon Oliver Schütz gefeiert.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals. Porto ist das Wirtschaftszentrum des Landes. 2001 war Porto Kulturhauptstadt. Hier wurde die Kathedrale aus dem 12. Jh. der Bahnhof Sao Bento aus dem Jahre 1915 mit seinen historischen Azulejos, die Episoden der Stadtgeschichte dokumentiert, besichtigt. Ein Besuch der Börse durfte nicht fehlen. Hier war am Tag zuvor Ministerpräsident Rauh zu Gast und der im orientalischen Stil gebaute Bankettsaal – gedeckt für einen abendlichen Empfang – wurde bestaunt. Bekannt ist Porto für seinen Portwein, dessen meist blaue Trauben an ausgewählten Hängen des Douro-Ufers wachsen. Von den ansässigen 60 Kellereien wurde die bekannte Kellerei Sandemann besichtigt und ein Weinprobe durfte nicht fehlen.

Die Universitätsstadt Coimbra stand am nächsten Tag auf dem Programm. Sie wurde 1290 gegründet und gehört zu den ältesten Hochschulen Europas. Sie liegt an den Ausläufen der Serra de Lovváo an den Ufern des Mondego. Größte Sehenswürdigkeit ist die Universität. Mit Fliesen verkleidet ist die Kathedrale Se Velha, im 12. Jh. als Wehrkirche konzipiert. Die beiden ersten portugiesischen Könige Alfons und Sancho fanden im Kloster Canta Cruz ihre letzte Ruhestätte.In der Kirche Santa Clara a Nova steht in den Hochaltar integriert der silberne Sarg der hl. Elisabeth von Aragon, Königin von Portugal, einer Großnichte der hl. Elisabeth von Thüringen. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt wurde zu einem landestypischen Restaurant gefahren um hier im Restaurant Tem-Tem
2 Stunden zu schlemmen und die guten Rot- und Weisweine Portugals zu genießen. Diakon Oliver Schütz hatte sich dieses „kleine Mittagessen“ für die Teilnehmer ausgedacht. Alle waren begeistert und der anschließende Spaziergang im nahen Wald von Bucaco, einem Park der 480 Hektar groß ist, tat jedem gut. Hier befinden sich Gewächse, welche portugiesische Seefahrer von Ozeanien und Brasilien, aus Afrika und dem Orient mitbrachten. In diesem Garten sind mehr als 400 einheimische und 300 exotische Arten von Pflanzen und Bäumen vertreten. Die Karmeliten errichteten in diesem Wald ein kleines Kloster, das heute ein nobles Hotel ist. 1887 ließ König Carlos I. beim Kloster einen Sommerpalast bauen.

Am Abend kam man in Fatima an. Das Hotel lag unweit der Basilika. Zu jeder vollen Stunde wird vom 65 m hohen Turm und den 63 Glocken das Fatimalied gespielt. Noch am Abend ging es zum Rosenkranz und der Lichterprozession, wo tausende Pilger anwesend waren. Am nächsten Tag  früh fuhren wir mit dem Bus zum Ausgangspunkt des kleinen Kreuzweges oder ungarischen Kreuzweg, weil ungarische Katholiken, die im Sommer  1956, nach dem gescheiterten Befreiungsversuch ihr Land verlassen haben, ihn gestiftet haben. Vierzehn kleine Kapellchen aus weißem Kalkstein führen zur Kreuzigungsgruppe über einer kleinen, dem hl. Stephan von Ungarn, geweihten Kapelle. Nach der VIII. Station passiert der Kreuzweg die Stelle, an der die Gottesmutter den Kindern im August 1917 erschienen ist. Dort befindet sich einen Madonnenstatue in einer Kapelle. Zwischen der X und XII Station geht links eine Fußweg zum „Loca do Cabeco“ ab. Dort waren im Frühjahr und Herbst 1916 zwei der drei Engelerscheinungen.

In der St. Stephanuskapelle wurden nach dem Kreuzweg von Pfarrer Hans Roppelt und Diakon Oliver Schütz ein Gottesdienst gefeiert. Anschließend wurde Aljustrel, wo die Seherkinder Lucia, Jacinta und Francisco wohnten, besucht. Die Häuser konnten besichtigt werden. Einige Wohnräume der kleinen Hirten sind so erhalten geblieben wie zu ihrer Kindheit. Am Nachmittag konnte man an der Sakramentsprozession auf dem großen Platz von der Basilika teilnehmen und es blieb Zeit für ein persönliches Gebet in der Anbetungskapelle.

Am Abend nahmen die Teilnehmer wieder am Rosenkranz und der Lichterprozession teil.

Der Heilige Bezirk von Fatima liegt in der Mulde „Cova da Iria“ – dem Erscheinungsort. An der tiefsten Stelle des Platzes steht eine Herz-Jesu-Statue, die 1932 aufgestellt wurde. Der große Platz hat eine Länge von 700 m und eine Breite von 200 m und hat die 4-fache Größe des Petersplatzes. Das 25 m hohe Metallkreuz wurde 1950/51 in Erinnerung an den Abschluss des Hl. Jahres errichtet. Die Basilika ist der Rosenkranzkönigin geweiht. Das Bild des Hochaltares zeigt die Krönung Mariens. Die Gräber der Seherkinder Francisco und Jacinta befinden  sich seit 1951 im rechten und linken Seitenschiff der Basilika. Seit 1956 liegt auch der erste Erzbischof von Leira in der Basilika begraben. Die Orgel mit ihren 12.000 Pfeifen gehört zu den größten Orgeln Europas. Die Anbetungskapelle und das Gnadenbild stammen unmittelbar aus der Zeit der Erscheinungen. 1922 wurde ein Sprengstoffanschlag auf die Kapelle verübt, die man dann aber wieder im gleichen Stil aufbaute. Von der ersten Steineiche an der die Muttergottes erschienen ist steht nichts mehr. Papst Paul VI. besuchte am 13.5.1967 als erster Papst den Wallfahrtsort. Papst Johannes Paul II besuchte nach seinem Attentat Fatima, um der Gottesmutter für seine Genesung zu danken. Die Kugel des Attentates ist bei der Muttergottesstatue in der Krone eingearbeitet.

Schon um 7.30 Uhr fand der Gottesdienst für die deutschen Pilger in der  Anbetungskapelle statt.  Alle Priester der anwesenden Pilgergruppen konzelebrierten mit beim Gottesdienst.

Am Nachmittag wurde ein Ausflug zu den berühmten Klöstern Alcobaca und Batalha, die zu den bekanntesten Bauwerken der portugiesischen Geschichte gehören, unternommen. Zum Abschluss wurde das Seebad Nazaré am atlantischen Ozean besucht. Die Madonnenkirche in Nazaré und die alte Kapelle wurden ebenfalls besichtigt.

Am Abend vor dem Erscheinungstag war der große Platz vor der Basilika überfüllt. Auf den Gehsteigen im Ort und um den Platz der Kathedrale nächtigten in Zelten oder nur in Decken gehüllt die vielen Pilger, die aus ganz Portugal hier angereist bzw. zu Fuß hierher gepilgert waren. Es war ein überwältigender Anblick wenn die Gläubigen beim „AVE“ die Kerzen in die Höhe hoben und dadurch der große Platz ein Lichtermeer war.

Bei der Pilgermesse am nächsten Tag, die um 10.00 Uhr begann, waren lt. Fernsehübertragung ca. 1 Million Menschen anwesend. Schon um 9.00 Uhr war der Platz  überfüllt. Die Muttergottesstatue – geschmückt mit Hunderten von weißen Rosen – wurden von 8 Soldaten in einer Prozession über den Platz getragen. Ihr folgten die 150  Fahnenabordnungen der vielen christlichen Vereine, sowie 300 Priester aus allen Ländern. Vor der Basilika wurde dann der feierliche Gottesdienst unter Mitwirkung des Chores gefeiert, der  3 Stunden dauerte.

Am Nachmittag wurde die Reise fortgesetzt und nach Lissabon gefahren. Am Flughafen nahmen wir unsere Stadtführerin Ruth auf. Nach einer Stadtrundfahrt durch die Altstadt, dem Besuch der Kathedrale und der Antoniuskirche fuhren wir zum Wahrzeichen der Stadt Lissabon, dem Christo - Rei Monument. Bei herrlicher Sicht wurde mit dem Aufzug auf die Plattform am Fuße der Christusfigur gefahren, wo man einen herrlichen Blick auf Lissabon genießen konnte.

Am Abreisetag  ging es noch zu einem Ausflug nach Sintra – Cascais – Cabo de Roca und Estoril – um am späten Nachmittag den Heimflug, mit Zwischenstop in Madrid,  nach München anzutreten. Der Omnibus der Firma Merkel brachte die Pilger wieder  gut nach Stadtsteinach zurück.

Die Reiseteilnehmer  bedankten sich bei den Organisatoren Pfarrer Hans Roppelt – Diakon Oliver Schütz und Marianne Hattinger und versicherten, dass ihnen diese wunderschöne Reise noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Marianne Hattinger  

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Letzte Änderung: 29. Dezember 2005
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