Pfarrfahrt Masuren

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Pfarrfahrt der Pfarrgemeinde St. Michael Stadtsteinach nach M
asuren

Der diesjährige Pfarrausflug führte die Angehörigen der Pfarrgemeinde wieder einmal nach Masuren. Sie wurde von Pfarrer Hans Roppelt begleitet.  Auf der Autobahn ging es über Dresden nach Lübbenau im Spreewald. Hier wurde die Mittagspause eingelegt. Lübbenau ist der wichtigste Ausgangspunkt für die äußerst reizvollen und beliebten Kahnfahrten auf den Flussarmen des Spreewaldes. Außerdem ist es bekannt durch seine Agrarprodukte wie Gurken und Meerrettich.

Nach passieren der polnischen Grenze in Frankfurt/Oder ging es weiter nach Posen, wo im Hotel Polonez übernachtet wurde.

Am nächsten Morgen kam die polnische Reiseleitung Isabella. Sie begleitete die Gruppe auf der Rundreise bis Stettin. Nach einer Stadtrundfahrt und Führung durch die wunderschön renovierte Altstadt von Posen und Besichtigung des Posener Doms, ging es weiter nach Thorn. Thorn wurde 1233 als eine der ersten Städte des entstehenden Ordenslandes Preußens gegründet. Ein Stadtbummel führte die Teilnehmer zum Marktplatz, wo der gewaltige Backsteinbau des Rathauses den Platz beherrscht. In Polen wie in Deutschland wird man vergeblich nach einem zweiten Mittelalterlichen Rathaus dieser Größe suchen. In der Südostecke des Marktes ist dem berühmten Astronomen Nikolaus Kopernikus, der 1473 in Thorn geboren wurde, ein Denkmal gesetzt. In der Thorner Altstadt sind etwa 200 unter Denkmalschutz stehende historische Bürgerhause, meist mit vorgeblendeten barocken oder klassizistischen Fassaden in neuem Glanz zu bewundern. Drei Kirchen stehen in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes, die Marienkirche, Heilig-Geist-Kirche und St. Johannes-Kirche. Hier hätte man noch stundenlang in der Altstadtverweilen können. Leider lag noch eine große Strecke bis nach Nikolaiken, dem Standort für die nächsten Tage, vor den Teilnehmern.

Die Unterbringung erfolgte im Hotel Golebiewski. Das Hotel liegt am Ufer des Talty-Sees, hat über 1000 Betten und bietet hohen Standard mit allen nur möglichen Annehmlichkeiten. Verschiedene Restaurants, Bars, Nachtklub, Spielsalon, Kegelbahn, sowie ein 2000 qm großer Tropican Schwimmbadkomplex und ein Freibad, konnte von den Teilnehmern genutzt werden. Das Haus verfügt über einen Reitclub, eigenes Schiff und 2 Hubschrauber, die bei dem herrlichen Wetter zu einem Rundflug einluden, um einige der 3000  Seen in Masuren, von der Luft anschauen zu können.

Am nächsten Tag stand der Besuch des schönsten Barockbaus im ganzen nordöstlichen Polen – die Wallfahrtskirche Heilige Linde – im Programm. Hier wurde das Orgelkonzert in der  überfüllten Kirche angehört Die Orgel hat 3960 Pfeifen und 40 Register. Während des Konzerts bewegen sie die an der Orgel angebrachten Figuren. Die Engel spielen Posaunen, Mandoline und Schellen. Anschließend wurde zur Wolfsschanze gefahren. Die Wolfsschanze, eine 2,5  qkm  große Anlage im Rastenburger Stadtwald gelegen, war das Führer Hauptquartier, wurde 1940 gebaut und 1945 von den sich zurückziehenden deutschen Truppen in die Luft gesprengt. Eine Tafel erinnert an das missglückte Attentat des Claus Graf Schenk von Stauffenberg vom 20. Juli 1944. In diesem Jahr zur  60. Wiederkehr wurde eine Gedenktafel angebracht. Reiseführer Jan Zduniak führte durch die Anlage, wo auch der zerstörte Hitler-Bunker besichtigt werden konnte. Am Nachmittag ging es zurück nach Nikolaiken, um sich die Stadt noch anzuschauen und einen Einkaufsbummel zu unternehmen.

Der nächste Tag führte nach Wojnowo (Eckertsdorf) mit Besuch der Kirche der „Altgläubigen“. Hier siedelten sich 1824 schon früher aus Russland nach Polen geflüchtete Altgläubige an. Heute sind es nur noch ein paar Familien die hier leben. Zum schönsten Fluss in Masuren dem Kruttinna-Fluss ging es anschließend. Hier wurde eine Mittagspause eingelegt und viele unternahmen eine Stakenbootfahrt auf dem Fluss. Die flachen Holzboote wurden von Dorfbewohnern gestakt, zuerst gegen den Fluss bis zum Ufer des Kruttinnen Sees und zurück den gleichen Weg durch ein herrliches Naturschutzgebiet mit glasklaren Wasser unter überhängenden Bäumen hindurch. Von Nidda wurde dann auf dem Niedersee mit dem Schiff nach Nikolaiken gefahren. Hier hielt Pfarrer Roppelt in der Kirche einen Gottesdienst für die Teilnehmer. Das Abendessen wurde im „Restaurant Pferdestall“ des Hotels Golebiewski eingenommen. Eine Volkloregruppe unterhielt dabei mit Musik und Gesang.

Auf der Rückreise über Allenstein und Osterode wurde in Elbing noch einmal Halt gemacht. Die Touristenattraktion Elbings ist zweifellos eine Schifffahrt auf dem oberländischen Kanal. Einzigartig sind hier die fünf so genannten Geneigten Ebenen, auf denen das unterschiedliche Niveau der einzelnen Seen – auf 10 km ein Niveauunterschied von 104 m – überwunden wird. Die Schiffe werden auf einer Art Schlitten über die Hügel gezogen. Alle waren von dieser ungewöhnlichen 1-stündigen Schifffahrt begeistert.

Am späten Nachmittag wurde dann Danzig an der Mottlau erreicht. Beim Wahrzeichen der Stadt, dem so genannten Krantor begann die Stadtführung. Der riesige Holzkran von 1442 besaß zwei große senkrechte Treträder, die v. a. zum Aufstellen der Masten diente. Heute ist hier ein Meeresmuseum untergebracht. Über das Frauentor und der Frauengasse wurde die Marienkirche – die größte erhaltene mittelalterliche Backsteinkirche der Welt – (105 m lang, 67 m breit, 29 m Gewölbehöhe – besichtigt. Durch die Lange Gasse der auch Königsweg genannten Prachtstraße Danzigs, mit herrlichen renovierten Bürgerhäusern, ging es zum Langen Markt. Dieser lang gezogene Platz ist von den prächtigsten Gebäuden der Stadt gesäumt. Beliebter Treffpunkt ist der Neptunbrunnen, der vor dem Rathaus steht. Das Rathaus mit seinem 80 m hohen Turm ist der wohl berühmteste gotische Profanbau Danzigs.

Am nächsten Tag fuhr man durch ein landschaftlich reizvolles Gebiet, der so genannten Kaschubischen Schweiz in Richtung Stettin. Kleine, recht steile Hügel, tiefe Seen, dichte Wälder bestimmen diese Landschaft. In Stolp, der neben Köslin und Stettin wichtigsten Stadt des polnischen Pommern, wurde vor dem Neugotischen Rathaus eine Pause eingelegt. Hier konnte man einen Blick in den herrlichen Treppenaufgang des Rathauses werden. Am späten Nachmittag war man in Stettin. Die Universitätsstadt hat 420 000 Einwohner, 74000 Studenten und 56 Kirchen. Stettin ist Polens wichtigster Hafen, auch wenn sich die Schiffe 60 km ins Landesinnere hinein schieben müssen. Vom Hotel- direkt unter dem Schloss in der Altstadt gelegen, begann die Stadtrundfahrt und Führung durch die Altstadt. Vorbei an der Jakobi-Kathedrale ging es zum Königstor – auch Nakeltor genannt Es wurde 1725 von Cornelius Wallrave in der Art eines Triumphbogens gebaut. Die Hakenterasse ist die schönste Anlage der Stadt an der Oder gelegen, mit Blick auf den Hafen. Hier steht das ehemalige Regierungsgebäude (heute Woiwodschaftssitz) und das neu restaurierten Stadtmuseum, nebenan die Marinehochschule. Vorbei am Regierungsgebäude, dem Augustaplatz, dem 3 Generationendenkmal, der Peter und Pauls Kirche ging es zur Besichtigung des Schlosses der Herzöge von Pommern. Es wurde nach dem Krieg 1958 wieder aufgebaut. Im Münzhof ist eine Relieftafel bzw. Statue des hl. Otto von Bamberg zu sehen. Herzog Boreslaw III veranlasste im Jahre 1121 den später heilig gesprochenen Otto v. Bamberg die Pommern zu christianisieren.

Auf der Heimreise wurde noch an der Grenze der Polenmarkt besucht, um die letzten Zloty auszugeben. Über Berlin ging es wieder nach Stadtsteinach, wo man am frühen Abend wieder gut und sicher mit Fahrer Adam Jacob von Merkel-Reisen ankam.

Vom sonnigen Wetter während der gesamten Reise begünstigt, waren die Reiseteilnehmer  von der Rundreise durch Masuren begeistert.

 

Marianne Hattinger

 

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Letzte Änderung: 29. Dezember 2005
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