Auf den Spuren des hl. Franziskus von Assisi und der hl. Klara
Die diesjährige
Pilgerreise führte die Teilnehmer von Stadtsteinach und Forchheim, unter Leitung
von Pfarrer Hans Roppelt, Schwester Pernela Schirmer – einer Schwester der
Dillinger Franziskanerinnen – und Marianne Hattinger vom 16.5.-22.5.05 nach
Assisi in Umbrien.
Erste Station
war die Bischofsstadt Brixen. Hier wurde Gottesdienst gefeiert und nach einem
Stadtrundgang ging es weiter über Florenz nach Assisi, wo man bei
Sonnenuntergang eintraf und das Hotel in der Altstadt bezog
Schwester
Pernela gab am nächsten Tag , sowie an den folgenden Tagen, jeweils eine
Einführung in den Tag. Sie überreichte an jeden Teilnehmer „Das Tau“ – ein
franziskanisches Zeichen, das von der Form her Franziskus an das Kreuzzeichen
erinnerte. Mit dem Zeichen des T verband er den alttestamentlichen Segen „Der
Herr segne und behüte dich. Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner.
Er blicke dich an und gebe dir Frieden.“.
Anschließend
wurde unter ihrer fachkundigen Führung die Oberstadt von Assisi besichtigt. Die
Kirche S. Pietro – die alte Peterskirche aus dem 12./13. Jh., die Kirche Maria
Maggiore, Santa Francisca (Geburtsort v. Franz v. Assisi).In der Chiesa Nuova
und Oratio di San Francesco erinnert noch ein Tuchladen, ein Gefängnis und eine
Kammer an Franziskus. Das Oratorium – die Tradition weist es aus als kleinen
Stall, in dem Franziskus geboren wurde. Die Kirche steht auf Grund und Boden,
der dem Vater von Franziskus gehörte.

Die Kathedrale
San Rufino – nach neuerlichen Studien als das väterliche Haus der hl. Klara
erkannt – war die Taufkirche von Franziskus und Klara und dem deutschen Kaiser
Friedrich II .Die Kirche Santa Chiara- sie wurde im it.-got. Stil errichtet und
enthält kostbare Malereien aus dem 12. und 14. Jh. Hier hängt das berühmte S.
Damiano Kruzifix.
Der Abschluss
des vormittags war an der Piazza del Comune. Der Platz wird umsäumt von einem
römischen Minervatempel, der in Augustiner Zeit im romanischen Stil erbaut wurde
Heute ist es eine katholische Kirche. Nebenan ist der Torre del Comune
(Stadtturm aus dem 13. Jh.) und der Palazzo die Consoli (14 Jh.) heute Sitz der
Stadtverwaltung.
Am Nachmittag
war die Fußwanderung zur Wallfahrtskirche Santuario S. Damiano. Hier hörte
Franziskus die Stimme Gottes und schrieb den Sonnengesang. Weitgehend erhalten
ist das Kloster, das hier die hl. Klara gründete. Hier lebte sie mit ihrer
Schwesterngemeinschaft bis zu ihrem Tod am 11.8.1253. Im Innern der Kirche hängt
eine Nachbildung des byzantinischen Kreuzes, das mit Franziskus gesprochen
hatte. Das Orginal in der Kirche Santa Chiara, wurde am Vormittag besichtigt.
Das Oratorium, das Klara erbauen ließ, ist der hl. Maria geweiht. Ein Bild Jesu
als Kind erinnert an das Versprechen des ewigen Schutzes, das den Klarissen
zugesagt wurde: Ich werde euch immer behüten.“
Der nächste Tag
war für die Fahrt zum Trasimener See und nach Perugia vorgesehen. Da bei Ankunft
in Passignano ein heftiges Gewitter tobte, musste die Schifffahrt auf die Insel
Isola Maggiore auf einen anderen Tag verschoben werden. So fuhr man gleich zur
Besichtigung der Hauptstadt Umbriens nach Perugia. Hier war Franziskus 1202/03
Gefangener Die Stadt liegt malerisch auf einem Hügel über dem Tal des Tiber. Der
Stadtrundgang ging vom Mittelpunkt der Stadt – der Piazza IV November aus. Hier
steht der Fontana Maggiore (1275),der als schönster mittelalterliche Brunnen
Italiens gilt. Durch einer der eindruckvollsten mittelalterlichen Straßen
Italiens ging es zum Augustusbogen, einem Tor aus etruskischer Zeit (3 Jh v.
Chr.), daneben war der barocke Palazzo Gallenga (Sitz der 1925 gegründeten
Italienischen Ausländeruniversität – deren Kurse Weltruf erlangt haben).Der
Palazzo die Priori mit der Umbrischen Nationalgalerie war das nächste Ziel. Hier
konnte – an diesem Tag kostenfrei – die wunderschöne Gemälde- und
Skulpturenausstellung aus dem Mittelalter und der Renaissance bewundert werden.
Zuletzt wurde der Dom aus dem 14./15. Jh. Und das Collegro del Cambio – ehem.
Handelskammer und Börse der Geldwechsler besichtigt. Der Hauptsaal des Gebäudes
wurde von Perugino mit herrlichen Fresken bemalt.
Am nächsten Tag
stand die Fußwanderung zur Einsiedelei Eremo delle Carceri, im Wald des Subasio,
wohin Franziskus sich zum Gebet zurückzog, auf dem Programm. Steil ging es bei
glühender Hitze auf der Panorama Straße Berg an. Ein Teil der Teilnehmer
ersparte sich diese Strapazen und fuhr mit dem Taxi dorthin. Das Kloster liegt
mitten im Wald, umgeben von Grotten, das man sich einfacher nicht vorstellen
kann. Ein Brunnen, dessen Quell auf wunderbare Weise durch das Gebet des
heiligen Franziskus zu Sprudeln begann. Die alte Kapelle S.
Maria delle Carceri aus dem 15. Jh. Dieses Kloster ließ Bernhardin von
Siena im 15 Jh. erbauen.
Am Nachmittag
wurde in der Basilika San Francesco in der Seitenkapelle San Caterina,
Gottesdienst mit Pfarrer Roppelt gefeiert. Anschließend war die Führung durch
einen Franziskanerpater. Die Basilika besteht aus zwei übereinanderliegenden
Kirchen, der Unterkirche (1228-1230) und der Oberkirche (1230-1253). An der
künstlerischen Ausgestaltung waren die bedeutendsten Maler des 13. u.14. Jh.
beteiligt. Die einschiffige Oberkirche ist mit Fresken von Giotto geschmückt,
die das Leben des Heiligen wiedergeben. In der Krypta, die 1818 ausgegraben
wurde, ruhen in einem massiven, von einem Gitter umgebenen Steinsarg die Gebeine
des hl. Franziskus. Der strenge Charakter der Umgebung, der raue Fels und eine
gewisse Nüchternheit zwischen derb und schmucklos sind der edle Rahmen für das
Grab dessen, der die Armut zu verkörpern wusste.
Zu einem
Ausflug nach Greccio im Rieti-Tal ging es am nächsten Tag. Hier hat Franziskus
1223 die Bewohner von Greccio eingeladen, um mit ihm sichtbar und greifbar, das
Wunder der Menschwerdung Gottes zu feiern. Nur 6 km entfernt, im Tal von Santa
Reatini, liegt in 650 m Höhe Fonte Colombo, das „Franziskanische Sinai“ genannt.
Hier hat Franziskus die zweite Regel für das Leben in Gemeinschaft, 1223 durch
Bruder Leo, niederschreiben lassen. In der Kirche wurde Gottesdienst gefeiert
und anschließend das Kloster besichtigt. In der kleinen Magdalenekapelle ist in
einer Fensternische ein Tau gemalt, das ursprünglich auf Franziskus zurückgeben
soll. An diesem Ort soll auch das schwere Augenleiden von Franziskus mit
glühenden Eisen behandelt worden sein. Beim Vorbeifahren in Spoledo, einer
malerischen alten Stadt am Fuße des Monte Luco, konnte die Brücke „Ponte delle
Torri aus dem 13 Jh., die sich über eine Schlucht spannt, bewundert werden.
Am Abend ging
es noch zum Sonnenuntergang auf die Rocca, die Burg, hoch über Assisi gelegen.
Sie ist ein Wahrzeichen von Assisi. Zur Zeit von Franziskus war sie Sitz
Konrads, des Herzogs von Spoleto und Grafen von Assisi. Im 16. Jh. diente sie
als Gefängnis und verfiel danach wieder zur Ruine Jetzt wird diese große
Burganlage wieder restauriert. Von hier hatte man einen herrlichen Blick auf
Assisi im Abendlicht.
Am letzten Tag
war die Besichtigung der Unterstadt mit der Kirche S. Maria degli Angeli, sowie
der Portiuncula .Die großartige Basilika (erbaut zwischen 1569 und 1679) ist
gekrönt von einer wunderschönen Kuppel. Innerhalb der Basilika steht die
Portiunkula (Zelle des ersten Franziskanischen Klosters und der Ort, an dem die
hl. Klare im Jahre 1211 von Franziskus dieKutte der Franziskaner erhielt),
außerdem ist dort die Cappella del Transito, wo der Heilige am 3.10.1226 starb.
An das dreischiffige Innere im dorischen Baustil schließen sich an den Seiten
zahlreiche Kapellen mit Fresken unterschiedlichen Charakters an. Der Roseto –
Der Rosengarten – hat Rosen ohne Dornen. Diese verloren sie als sich der Heilige
Franziskus in den Dornen wälzte, um einer teuflischen Versuchung zu widerstehen.
Weiter ging es
nochmals zum Trasimener See. Der See ist mit seinen 128 Quadratkilometern (45 km
Umfang) und nur 7 m Tiefe der größte See Mittelitaliens. Er ist durch die
verlorene Schlacht der Römer gegen Hannibal im Jahre 217 v. Chr . bekannt
geworden. Im See liegen die Inseln Isola Polvesa, Isola Minore
und Isola Maggiore. Vom Badeort Passignano ging mit dem Schiff, bei
herrlichem Wetter, vorbei am Badestrand Tuore Navaccia zur Isola Maggiore. Hier
soll sich Franziskus 1213 für eine Zeit zurückgezogen haben. Eine Kapelle
erinnert an dieses Ereignis. Nach Besichtigung der auf dem Berg gelegenen Kirche
und der Burg wurde in dem kleinen gemütlichen Ort eine Kaffeepause eingelegt um
dann mit dem Schiff nach Passignano zurückzufahren. Dort erwartete uns bereits
der Bus für die Rückfahrt nach Assisi.
An diesem
letzten Abend, wie an den Abenden zuvor, saß man noch in der Taverne vor dem
Hotel bei einem Glas Wein in fröhlicher Runde beisammen. Alle waren von den
schönen Tagen in Assisi und Umgebung begeistert.
Auf der
Rückfahrt bedankte sich Pfarrer Roppelt mit einem kleinen Geschenk bei Schwester
Pernela für die hervorragenden Einführungen jeweils in den Tag, sowie der
fachkundigen Führungen und Erklärungen in den einzelnen Kirchen und Klöstern.
Das von ihr angefertigte Pilgerheft mit Liedern, Daten vom hl. Franziskus und
der hl. Klara, Ortsbeschreibungen und Gebeten, durften die Teilnehmer, mit nach
Hause nehmen.
Mit dem Fahrer
Adam Jacob, vom Busunternehmen Merkel, kamen die Teilnehmer wohlbehalten am
späten Abend in Forchheim und Stadtsteinach wieder an.
Zu einem Dia-
und Video-Rückblick treffen sich die Teilnehmer demnächst im Pfarrheim. Der
Termin wird rechtzeitig im Pfarrbrief und in der Tageszeitung veröffentlicht.
Marianne
Hattinger