Papst Benedikt in seiner
bayerischen Heimat
Vor
kurzer Zeit besuchte Papst Benedikt XVI. seine bayerische Heimat mit den
Hauptstationen München, Altötting und Regensburg. Ein Bus aus unserem
Seelsorgsbereich „Steinacher Land“ fuhr zum Papstgottesdienst nach Altötting und
durfte den Heiligen Vater aus nächster Nähe erleben. Zwei unserer
Ministrantinnen, Marlies und Lucia Härtel, waren im Ministrantengewand beim
Festgottesdienst auf dem Islinger Feld in Regensburg dabei.
Papst Benedikt
hat in den sechs Tagen viele Ansprachen und Predigten gehalten, die wir alle
erst noch „verdauen“ müssen. Es wäre schade, wenn wir jetzt einfach wieder zur
Tagesordnung zurückkehren würden, ohne weiter über seine Worte nachzudenken.
Einen sehr
beeindruckenden Gottesdienst stand der Heilige Vater in dem Münchner
Liebfrauendom vor, zu dem Erstkommunionkinder, ihre Eltern und
Religionslehrer/innen eingeladen waren. Papst Benedikt würdigte in seiner
Ansprache die drei Orte, an denen christlicher Glaube weitergegeben wird:
Familie, Schule und Pfarrgemeinde. Da ich als Kaplan sowohl in der Schule als
auch in der Pfarrgemeinde tätig bin, erachte ich die Familie als wichtigsten Ort
der Glaubensweitergabe. Denn wenn dort nichts oder fast gar nichts an Glauben
gesät wurde, kann man in der Schule als auch in der Pfarrgemeinde kaum noch
jemanden für den Glauben begeistern. Es macht mir große Freude, wenn Kinder in
der Schule von ihren Glaubenserfahrungen erzählen. Dort stoße ich sozusagen mit
meiner Botschaft auf offene Ohren und offene Herzen. Bei anderen wiederum muss
man sprichwörtlich bei Adam und Eva anfangen, weil sie kaum Glaubenswissen mit
in den Religionsunterricht hineinnehmen. Es geht uns Religionslehrern und
Seelsorgern vor allem darum, den Kindern und Jugendlichen die Freude am Leben,
das uns Gott geschenkt hat, zu vermitteln. Immer wieder begegne ich Erwachsenen,
die mir erzählen, wie wichtig der christliche Glaube für ihr Leben ist, der sie
auch in schwierigen Zeiten getragen hat. Sollten wir diese Erfahrungen den
Kindern und Jugendlichen vorenthalten? Liebe Gemeinde, es soll kein Mensch zum
christlichen Glauben gezwungen werden. Aber wie soll ein Mensch darüber
entscheiden, ob er etwas annimmt oder verwirft, wenn er es nicht selber kennt?
Papst Benedikt
bittet die Eltern, am Sonntag mit ihren Kindern in die Kirche zu gehen und so
der Woche einen Mittelpunkt zu geben. Desweiteren bittet er sie, mit Kindern zu
beten, sei es vor dem Essen als auch am Abend. Glaube wird nur weitergegeben,
wenn man ihn vorlebt. Der Glaube wird somit für den Christen zur Heimat.
Dass wir uns
alle in Gott beheimat fühlen, wünsche ich mir von Herzen!
Daniel Schuster
