Augenlieder
- ein
Druckfehler?, - ein Wortspiel?, - ein ...?
so nannte
Tom Sauer sein Konzert, das er gemeinsam mit Urs John und Dennis Göbel in
unserer Pfarrkirche gab.
- Kann man diese Lieder nicht nur hören, kann
man sie auch mit anderen Sinnen, den Augen, aufnehmen?
- Machen
uns diese Lieder aufmerksam auf etwas, was eigentlich augenfällig sein sollte,
wenn wir nur genau
hinschauen würden?
- Bewegen
uns diese Lieder dazu, die Augen zu schließen und innere Bilder entstehen zu
lassen?
- Halten
diese Lieder uns einen Spiegel vor, in dem wir uns - mehr oder weniger gern -
selbst erkennen?
- Sagen
uns diese Lieder, dass das, was wir sehen, nicht immer der tatsächlichen,
objektiven Wahrheit entspricht?
- Sagen
uns diese Lieder, dass das, was wir sehen, uns anschauen, Einfluss auf unser
Innerstes hat?
- Haben
diese Lieder mit der Redewendung „Etwas hüten wie meinen Augapfel“, also dem
Behüten und Bewahren
von etwas ganz Wertvollem zu tun?

„Jeder malt ein anderes Bild von
mir“ war eines dieser Augenlieder. Das Thema ist der Mensch, dessen Bild sich in
den Augen jedes Betrachters anders darstellt. Bilder, die oft ganz anders
aussehen als das, das der Einzelne von sich selber malt. Ein Spannungsfeld für
jeden von uns:
Lassen wir uns von unseren Mitmenschen „mitmalen“?
Verwenden wir nur unsere eigenen
Farben, oder achten wir nur darauf, die richtigen“ Farben auszuwählen?
Ein Artikel über ein Konzert, der viele Fragezeichen
beinhaltet?, mag jetzt mancher von Ihnen denken. Genau diese offenen Denkansätze
und Fragen machen das Besondere an Tom Sauers Konzerten aus. Er beantwortet
keine Fragen, er lässt in jedem der Besucher seine eigenen, ganz persönlichen
Fragen entstehen. Was man deutlich spürt, ist allerdings sein fester Glaube
daran, dass wir nicht allein gelassen werden mit unseren Fragen und
Ungewissheiten. Diese Gewissheit der Geborgenheit in Gott spürt man, wenn er
singt, wenn Urs John am Klavier die Gitarrenbegleitung untermalt und in die
Lieder einstimmt, wenn Dennis Göbel seine Freude an der Musik an der
Schlitztrommel ausdrückt.
Margitte
Schellenbach