Weihnachtliche Gottesdienste in Stadtsteinach
Am Nachmittag
des Heiligen Abends hatten Scharen von Kindern aller Altersklassen mit großer
Hingabe und Begeisterung ihre beiden Gottesdienste mit Gebeten, Gesängen und
Krippenspiel gestaltet. Unter der Regie von der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden
Regina Stumpf wurde das Krippenspiel in der Kleinkindermette vorbereitet. In der
Kindermette zeichnete Pastoralreferent Klaus Oberkofler für die Gestaltung
verantwortlich. In der Nacht versammelte sich die Gemeinde zur Christmette in
der Pfarrkirche St. Michael. Zu Beginn der Feier wurde mit dem Vortrag des
römischen Martyrologiums durch Diakon Oliver Schütz in der nachtdunklen Kirche
die Menschwerdung Christi vor über 2000 Jahren in den zeitgeschichtlichen
Zusammenhang gestellt. Anhand der Menschheits- und Heilsgeschichte wird "die
Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Fleische" angekündigt: So fand die Geburt
der Überlieferung nach 1500 Jahre nach dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten
durch Moses, in der 194. Olympiade, 752 Jahre nach der Gründung Roms, im 42.
Regierungsjahr des Kaisers Octavianus Augustus, vor 2000 Jahren statt.
In seiner
Predigt betonte Dekan Hans Roppelt am Beispiel eines verängstigten Schäfchens an
der Krippe, dass die erste Botschaft der Engel in der heiligen Nacht "Fürchtet
Euch nicht", auch für uns heutige Menschen Geltung hat und Hoffnung und Mut
verleiht, wider alle beängstigenden und verbrecherischen Geschehnisse in unserer
kleinen und großen Welt.
Ausdruck der Freude über die frohe Botschaft der
Weihnacht waren die gemeinsam gesungenen Weihnachtslieder der Pfarrgemeinde,
vertieft durch die Gesänge der Kantorei St. Michael: "Ich will den Namen Gottes
loben" schwungvoll und freudig bewegt aus der Weihnachtskantate von Johann
Sebastian Bach, besinnlicher dann das alte französische Weihnachtslied "Noël -
Christus ist geboren", während das "Agnus Dei" von Petr Eben aus der "Missa
Adventus et Quadragesimae" ein einziger, sich leidenschaftlich steigender Ruf
nach Frieden war. Der Chor wurde unterstützt von Linus Carlé mit der Trompete,
die Leitung hatte Organist Christian Büttner, der das Segensgebet "Pray" eigens
für diese Nacht in einem Satz für drei Frauenstimmen und eine Männerstimme mit
Instrumentalbegleitung arrangiert hatte.
Der zweite
Weihnachtsfeiertag wirkt mit dem Gedächtnis des ersten christlichen Märtyrers
Stephanus sehr ernüchternd auf die weihnachtliche Grundstimmung. Zu diesem
Gottesdienst waren die jungen Familien zu Segnung ihrer Kinder geladen.
Musikalisch kam zum Einzug das "Allegro" aus dem Concerto X von Valentin
Rathgeber für Orgel und Trompete in seiner charakteristischen Brillianz zu
Gehör, während die Arie "Bereite Dich, Zion" aus dem Weihnachtsoratorium von
Johann Sebastian Bach, in einfühlsamer Weise dargeboten von der Sopranistin
Stephanie Spörl, zu Ruhe und Meditation anregte.
Wie schon in
den vorherigen Gottesdiensten, so kamen auch im Vespergottesdienst am
Spätnachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages, der als Lucinarium, d. h. als
Lichtfeier begangen wurde, noch einmal in besonderer Weise alle Sinne auf ihre
Kosten mit Gemeindegesang, Kirchenmusik, Kerzenlicht und Weihrauch, wobei jedoch
gleichermaßen durch Impulsfragen, Gebete und die Ansprache des Diakons auch
Vernunft und Verstand gefordert waren.
Lucas Carlé