Organist
Christian Büttner verlässt die Pfarrgemeinde
Der
Familiengottesdienst am 3. Advent war für einen unserer Kirchenmitarbeiter mit
einer großen Überraschung verbunden. Vor dem Schlusslied, das von den beiden
Pastoralreferenten Silke Weiser-Oberkofler und Klaus Oberkofler musikalisch
ausgestaltet wurde, sollte der langjährige Organist Christian Büttner seinen
Arbeitsplatz verlassen, denn Dekan Hans Roppelt bat den Musiker zu sich in den
Altarraum.
Wie die meisten Leute nicht wissen konnten, sei es
der letzte Orgeldienst in Stadtsteinach für Christian Büttner, so Roppelt, sein
beruflicher Werdegang führe ihn nun für drei Monate nach Dresden an die
Frauenkirche und mit einem lachenden und einem weinenden Auge lasse man ihn
ziehen. 15 Jahre war der junge Mann an der Kirchenorgel Stadtsteinachs tätig.
Seine Liebe zur Musik zeichnete sich schon im zarten Alter von 7 Jahren ab,
zitierte Pfarrer Roppelt aus einer Notiz der „Mama Büttner“. Die elektronische
Orgel war damals sein Werkzeug. Über seine Schwester Sonja erfuhr er die erste
Berührung mit der Kirchenmusik. Diese erlernte Kirchenorgel. Ihr kleiner Bruder
probierte schnell alle Stücke ohne Noten nachzuspielen. So kam es bald zu ersten
Organistendiensten an der Krankenhausorgel. Dies genügte Christian Büttner bald
nicht mehr. Er wollte an der großen Orgel in der Pfarrkirche spielen. Es folgten
einzelne Lieder während einer Messe, bald danach ganze Gottesdienste. Kurz
darauf war der Orgeldienst unter Büttners Hand. Nebenbei sollte ihn eine
berufliche Ausbildung zum Krankenpfleger für drei Jahre nach Nürnberg bringen.
Das
Orgelspiel indes ließ ihn nicht los. 1999 nahm er an einem Orgelwettbewerb in
Magdeburg teil. Als einziger Teilnehmer hatte er keine professionelle Ausbildung
genossen. Umso größer war dann sein Abschneiden zu werten, denn er landete als
jüngster unter 51 Teilnehmern aus 14 Ländern Europas auf Platz sieben.
Mit Erfolg
absolvierte er daraufhin seine C-Prüfung als Organist im Erfurter Dom.
Endlich
entschloss er sich sein Hobby zum Beruf zu machen und Kirchenmusik zu studieren.
Er schrieb sich im Jahre 1999 an der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik
in Bayreuth ein.
Im Sommer des
kommenden Jahres will sich Büttner der Organisten-B-Prüfung unterziehen, danach
voraussichtlich nach Leipzig wechseln um dort sein A-Examen zu absolvieren. Dies
ist der höchste Abschluss eines Kirchenmusikers, sagte unser Pfarrer. Im ganzen
Erzbistum Bamberg gebe es nur drei A-Musiker. Er sei stolz auf seinen
Organisten, der, vor allem in diesem Jubiläumsjahr der Pfarrkirche vieles
beigetragen hat.
Vor einigen
Jahren gründete er die Kantorei von St. Michael. So sei als erstes das jüngste
Ereignis zu nennen, die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian
Bach, das mit viel Arbeit verbunden war und großen Anklang bei Publikum fand.
Etwas zurück liegt die Inszenierung des Kindermusicals „König David“, ebenfalls
äußerst erfolgreich, sodass eine Zusatzvorstellung aufgeführt werden musste.
Nicht wundern
brauchte man sich, denn weil die Kinder so viel Freude an der musikalischen
Arbeit hatten, formierte sich bald aus den kleinen Sängerinnen und Sängern ein
Kinderchor, die „Minikantorei“, so Roppelt. Christian Büttner prägte die
Kirchenmusik St. Michael Stadtsteinach und man wisse schon jetzt, dass man ihn
schmerzlich vermissen wird.
Pfarrer
Roppelt überreichte dem scheidenden Organisten ein Geschenk der Pfarrei mit den
besten Wünschen und Gottes Segen für die Zukunft. Er bat ihn um Gastspiele, die
sicherlich sehr genossen würden.

Um eine
gewisse Nachfolge für Büttner machte sich unser Pfarrer auch Gedanken. So bat er
die anwesenden Eltern um Mithilfe. Sie mögen ihre Kinder ermuntern das
Klavierspiel zu erlernen und die Freude ihrer Kinder an der Musik zu
unterstützen. Denn sonst gebe es in 10 oder 20 Jahren nur noch stille Messen,
höchstens mit Musik von der Schallplatte. Dies wären schon sehr traurige
Gottesdienste.
Rosi Korkisch