Furiose Aufführung des Weihnachtsoratoriums
Bravo-Rufe
für Stadtsteinacher Sänger
Eine
meisterliche Aufführung von Bachs bekanntem Weihnachtsoratorium hatte den
Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Stadtsteinacher Pfarrkirche St.
Michael die Krone aufgesetzt.
Der absolute Höhepunkt des Festreigens zum 100-jährigen Bestehen
von St. Michael war das Weihnachtskonzert im frisch renovierten Gotteshaus. Die
Sängerinnen und Sänger der Kantorei hatten sich das anspruchsvolle
Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach vorgenommen. Gemeinsam mit der
Vogtland-Philharmonie aus Greiz-Reichenbach und den Solisten Stefanie Hruschka
(Sopran) aus Landshut, Stephanie Spörl (Alt) aus Obersteben, Alexander Schuster
(Tenor) aus Altenkunstadt und Ludwig Pichler (Bass) aus München feierten die
Stadtsteinacher Sänger einen schier unglaublichen Erfolg.
„Zugabe, Zugabe“, „Bravo“ schallte es durch die Stadtsteinacher
Kirche St. Michael, kaum dass der letzte Ton verklungen war. Das Publikum
applaudierte im Stehen, zollte damit der Leistung des Chores, des Orchesters und
der Solisten besonderen Respekt. Die Zuhörer tobten förmlich vor Begeisterung.
Auch unser Pfarrer Hans Roppelt zeigte sich beeindruckt. Er dankte den Sängern –
sichtlich ergriffen von der wunderschönen Musik – für einen Klanggenuss.
Die Sänger selbst zollten vor allem Christian Büttner Respekt,
überhäuften ihn mit Rosen, drückten und herzten ihn. Denn ohne die Geduld, die
Ruhe und das große Engagement des Gesamtleiters wäre dieses Konzertereignis der
besonderen Art sicherlich nicht durchführbar gewesen.

Zu Gehör brachten die Akteure die Kantaten I bis III
des Weihnachtsoratoriums. Eigentlich hatte der Komponist Johann Sebastian Bach
sechs Kantaten verfasst. Sie wurden ursprünglich einzeln aufgeführt: eine am
Heiligen Abend, eine am ersten Feiertag, eine am zweiten Feiertag, eine an
Neujahr, eine am Sonntag
nach Neujahr und eine am Epiphaniasfest. Die Stadtsteinacher Sänger hatten – wie
es heute gängige Praxis ist – die ersten drei Kantaten einstudiert. Dabei ließen
sie sich nicht von der Tatsache entmutigen, dass das Weihnachtsoratorium
jahrelang wegen seiner musikalischen Raffinesse als unaufführbar galt. Die
Sänger zogen alle Register ihres Können. Und sie meisterten sämtliche Hürden.
Schon das fröhlich-martialische „Jauchzet,
frohlocket, auf preiset die Tage“ begeisterte die zahlreichen Konzertbesucher.
Und mit jedem Ton wurde der Chor selbstbewusster. Voller Begeisterung ließen
sich die Zuhörer in das immer wieder neue und immer wieder reizvolle
Wechselspiel aus erzählenden Passagen, Arien und Chorälen hineinziehen. Obwohl
die Weihnachtsgeschichte doch alt bekannt ist, bekam sie durch Bachs
musikalische Umsetzung immer wieder neue Reize. Klassische Choräle wie „Brich
an, o schönes Morgenlicht“, „Schaut hin, dort liegt im finsteren Stall“ oder
„Wir singen dir“ setzten Akzente. Doch immer stand die Verkündigung der frohen
Botschaft „Dies hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an” im
Mittelpunkt.
Die Sänger schlossen das Konzert mit dem Choral „Seid froh
dieweil, dass euer Heil ist hie ein Gott und auch ein Mensch geboren, der,
welcher ist der Herr und Christ in Davids Stadt, von vielen auserkoren.“ Als
Zugabe stimmten sie zum Schluss noch einmal den Eröffnungschor an. Und beim
zweiten Mal klang das „Jauchzet, frohlocket“ gleich noch ein bisschen freudiger,
wohl wegen des ungeheuren Erfolges.
Sonja Adam, Frankenpost